Die Trägerschaft der Infostelle Frau+Arbeit ist die Frauenzentrale Thurgau (www.frauenzentrale-tg.ch).

Entstehung der Anlaufstelle

Vorgeschichte
Die Frauenzentrale, und mit ihr diverse Frauenforen, hatten sich wiederholt beim Regierungsrat für ein Gleichstellungsbüro eingesetzt. Kurze Zeit sah es tatsächlich danach aus, als ob der politische Wille vorhanden sei, um das Angebot im Thurgau zu schaffen. Aufgrund einer Motion wurde eine parlamentarische Kommission eingesetzt um zu evaluieren, ob das Bedürfnis für ein Gleichstellungsbüro im Thurgau vorhanden sei. Der Bericht der Kommission hielt das Bedürfnis für ausgewiesen. Der Regierungsrat sah sich mit der begründeten Forderung konfrontiert, eine Stelle zu schaffen, die die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Thurgau voranbringen sollte. Er versprach den Frauen die Gelder für eine solche Stelle, sofern sich die grossen Thurgauer Frauenorganisationen zu einer Trägerschaft zusammenschliessen und gleichzeitig mit dem Gleichstellungsbüro auch die Opferhilfe und die Schwangerschaftsberatung anbieten würden. Die Thurgauer Frauenorganisationen gründeten eine Stiftung unter dem Namen BENEFO (BEratungsNEtzFrauenOrganisationen). Als die Stiftung stand, bedauerte der Regierungsrat, dass mittlerweile die Finanzlage die zusätzliche Schaffung eines Gleichstellungsbüros nicht erlaube. All das geschah zwischen 1991 und 1995. Das war ein herber Schlag ins Gesicht für die engagierten Frauen.

Eröffnung der Anlaufstelle
Als im Juli 1996 das Gleichstellungsgesetz in Kraft trat, keimte neue Hoffnung auf. Denn aufgrund des Gleichstellungsgesetzes war es neu möglich, finanzielle Mittel für die Führung einer Beratungsstelle vom Bund zu erhalten, die sich der Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann im Erwerbsleben widmete. Auf Anregung eines Frauenforums nahm die Frauenzentrale die Sache in die Hand und reichte ein Gesuch ein beim Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann. Das Gesuch wurde bewilligt, die beantragten Gelder gesprochen und die Frauenzentrale eröffnete die Stelle am 1. Oktober 1998.

Die ersten Schritte
Die Stelle war die ersten zwei Jahre mit insgesamt 30 Stellenprozenten dotiert: 20 % für die juristische Beratung und den Aufbau der Stelle, 10 % Sekretariat. Der Start der Fachstelle, die zu Beginn den Namen trug „Beratungsstelle für Gleichstellungsfragen im Erwerbsleben“, verlief harzig. Das Gleichstellungsgesetz war selbst in Fachkreisen kaum bekannt, geschweige denn bei den Arbeitnehmerinnen oder Arbeitgebern. Und auch der etwas komplizierte Namen sorgte manchmal mehr für Verwirrung als für Klarheit. Mit zunehmender Vernetzung und zunehmenden Bekanntheitsgrad nahmen immer mehr Frauen das Angebot einer Beratung wahr.

Anregungen
2001 empfahl das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann eine Überprüfung des Konzeptes. Dabei standen zwei Fragen im Vordergrund: Erstens die inhaltliche Erweiterung des Angebotes auf die Berufs- und Laufbahnberatung für Frauen, und zweitens die räumliche Erweiterung des juristischen Angebotes auf die Region St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Schon 2002 konnte zusätzlich zur juristischen Beratung eine professionelle Berufs- und Laufbahnberatung angeboten werden. Gleichzeitig mit der Aufstockung wurde aus dem Zungenbrecher „Beratungsstelle für Gleichstellungsfragen im Erwerbsleben“ die frische „Infostelle Frau+Arbeit“. Die Erweiterung der juristischen Beratung auf die Region wurde zunächst zurückgestellt, nach Anfragen aus dem Kanton SG und dem Kanton AR jedoch wieder thematisiert. Seit dem 1.1.04 steht die juristische Beratung explizit allen Frauen aus der Region AR, SG und TG offen. Letztes Jahr nahmen 359 Frauen eine oder mehrere Beratungen in Anspruch, Tendenz steigend.